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Die Friedenskirche, wie sie heute am Ossietzkyplatz steht, wurde am 7. Juli 1871 eingeweiht. Aber schon vorher stand im Dorf Niederschönhausen an dieser Stelle eine Kirche. Eine erste Kirche wurde schon im 13. Jahrhundert erbaut.  Im 16. Jahrhundert wurde dieser Kirchbau erneuert.  Im Jahr  1743 wurde die Kirche mit Dachturm und hölzernem Laternenaufsatz versehen und neu verputzt.  Wie das Dorf Niederschönhausen im 19. Jahrhundert ausgesehen hat, davon zeugt ein Ölgemälde.   

Gemälde der alten Friedenskirche

Gemälde der alten Friedenskirche

Im Jahre 1869 wurde die alte Dorfkirche von Niederschönhausen abgerissen, weil sie baufällig war. Feldsteine aus der alten Kirche und aus der Friedhofsmauer wurden für den Neubau verwendet.  Überzähliger Bauschutt wurde zum Zuschütten des neben der Kirche liegenden Dorfteiches verwendet. In den Jahren 1869-1871 wurde das jetzige Kirchgebäude erbaut.  Wegen der Fertigstellung zum Ende des deutsch-französischen Krieges 1871 erhielt die Kirche den Namen  “Friedenskirche”. Der benachbarte Platz, heute Ossietzkyplatz, wurde  “Friedensplatz” genannt. Am 7. Juli 1871 wurde die Friedenskirche eingeweiht. Seit 1896 ist die Kirchengemeinde Niederschönhausen dann auch eine selbstständige Gemeinde.

Der Innenraum der Friedenskirche

Die Kirche ist im Grundriss als Kreuz gestaltet. Sie entstand nach einer Skizze des Königs Friedrich Wilhelm IV. Zum Bau der neuen Kirche wurden zum Teil noch Reste der alten aus dem 13. Jahrhundert stammenden Dorfkirche verwendet. Im westlichen Teil der Kirche (heutiger Eingangsbereich) liegen Teile des mittelalterlichen Feldsteinbaus. 

Ursprünglich sollte die Kirche einen dreistufigen Kirchturm erhalten. Wegen des schlechten Baugrundes konnte der Turm nicht bis zu seiner ursprünglich geplanten Höhe gebaut werden. Statik und Fundament ließen  nur einen Turm mit einer Höhe von 25 Metern zu.

Kirchenportal

Kirchenportal

Die Friedenskirche ist im Stil der Neoromanik gebaut und reich an Schmuckformen und verweist mit ihren Granitquaderwerk im Fundamentbereich ganz bewusst auf die alte Dorfkirche. Die Friedenskirche hat etwa 400 Sitzplätze. Die am Eingang befindlichen alten Grabmale erinnern an den 1866 geschlossenen Friedhof vor der Kirche.  Bei der 1926 vorgenommenen Renovierung wurde die Kanzel vom linken Altarpfeiler in das Kirchenschiff hineinversetzt. Außerdem erhielt die Kirche eine neue Orgel von Gustav Heinze aus Sorau / Niederlausitz.

 

Die Heinze Orgel Opus 145 besitzt 36 Register mit 4282 Pfeifen. Viele Instrumente der Firma Heinze wurden im Krieg vernichtet, beschädigt oder abgerissen. Mit ihrem romantischen Klang hat die Friedenskirche eine in Berlin und im Land Brandenburg einmalige Orgel. 

Die Heinze-Orgel

 

Nachdem das Instrument 1965 überholt und umgestaltet wurde, fand im Jahr 2008 eine erste Teilrestaurierung statt. Die Orgel ist nun noch nicht auf allen Registern bespielbar. Für den zweiten Teil der Restaurierung benötigt die Gemeinde noch Spenden in erheblichem Umfang. 

 

 

Der 2. Weltkrieg verursachte auch an der Friedenskirche zahlreiche Schäden. Diese wurden zunächst behelfsmäßig, dann 1955 so gut wie möglich und erst 1964 restlos beseitigt. Eine reich verzierte Kassettendecke fiel dabei zum Opfer.
Die letzte Renovierung des Innenraumes stammt aus den Jahren 1981/82. Die ursprüngliche Bemalung von 1871 wurde dabei als Vorbild genommen.  Der Altar und der Taufstein stammen aus der Kirche von Groß Lieskow bei Cottbus, die wie das ganze Dorf dem Braunkohletagebau zum Opfer fielen. 
In den Jahren 2006-2008 fand eine vollständige Restauration von Dach, Fassade und Turm statt.

An Sonntagen und Festtagen findet der Gottesdienst um 10 Uhr statt.
Kirchenbesichtigungen können vereinbart werden.
Telefon: 030/ 476 29 00 (Gemeindebüro)
  
Weitere Fotos von der Friedenskirche finden Sie auf der Seite www.Berlins-alte-Dorfkirchen.de
 

 

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